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Warum die Wii U floppen wird… oder auch nicht!

Das Online-Magazin „The Motley Fool“ hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem dargelegt wird, warum Nintendo nach einem katastrophalen ersten Jahr gezwungen sein könnte, die Wii U nächstes Jahr zu Grabe zu tragen. Wir haben uns die Begründung einmal angeguckt und argumentieren dagegen.

Zu aller erst einmal geht die Seite darauf ein, dass ja in der Vergangenheit die Unterstützung für Konsolen schon öfters eingestellt wurde. So z.B. bei Sega, die zwischen 1992 und 1999 gleich vier Systeme kurz nach ihrem Launch wieder aufgegeben haben. Kurz darauf zog sich Sega gänzlich aus dem Konsolengeschäft zurück. Heute stellt die japanische Firma nur noch Videospiele und Arcade-Automaten her. Und auch Nintendo selbst ist bereits mit einer Konsole gescheitert und hat nach nur sieben Monaten den Virtual Boy den Todesstoß verpasst.

Könnte also die Wii U die nächste Konsole sein? Im ersten Verkaufsjahr hat Nintendo gerade einmal vier Millionen Einheiten der Wii U verkauft und blieb damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Daraufhin wurde der Preis gesenkt und Nintendo macht jetzt mit jeder Konsole Verlust, in der Hoffnung die Absätze zu steigern. Doch sieht hier The Motley Fool in Hinsicht auf den wachsenden Wettbewerb durch Sonys PS4 und Microsofts Xbox One schwarz.

Die Autoren des Berichts sprechen deshalb von einem totalen Reinfall der Wii U. Nintendos Verkaufsprognosen sahen fünf Millionen verkaufte Einheiten bis März 2013 vor. Bis Ende September wurden jedoch weniger als vier Millionen Konsolen verkauft. Um den Absatz anzukurbeln senkte der japanische Konsolenhersteller den Preis für die Wii U Ende August um 50 Dollar. Dies führte dann im September auch zu einem Anstieg der Verkäufe von 200%. Diese Zahl relativiert das Blatt aber und schreibt, dass große Wachstumszahlen in Anbetracht der zuvor sehr geringen Verkäufe besser erscheinen, als sie das wirklich sind: Selbst mit den Mehrverkäufen habe Nintendo zwischen Juli und September nur 300.000 Konsolen veräußert und mache immer noch große Verluste mit der Konsole, die durch den Absatz von Software nicht kompensiert werden könnten. Das Ziel des Nintendo-Managements, bis März 2014 neun Millionen Wii U-Konsolen zu verkaufen, bezeichnet The Motley Fool in Anbetracht des steigenden Wettbewerbdrucks in den kommenden Wochen als „vollkommen verrückt“.

Klar, die Konkurrenz schläft nicht und Ende des Monats werden auch hierzulande die neue Playstation und die Xbox One verkauft. Einige Hardcore-Fans werden sich diese auch zulegen, doch der Gelegenheitsspieler wird wohl vermutlich eher zur Playstation 3 oder eben Wii U greifen. Die Zahl der Launchtitel für die Next-Generations-Konsolen ist sehr überschaubar, teilweise kosten sie bis zu 80 Euro. Für die Wii U dagegen gibt es mittlerweile eine gute Palette an Spielen, die sich hervorragend für Gelegenheitsspieler und Kinder eignen, darunter etwa Wii Fit U, Wii Party U, Super Mario 3D World oder auch The Legend of Zelda: The Windwaker HD. Davon mal abgesehen wird es wohl nicht viele Eltern geben, die ihren 13-Jährigen Kindern eine 400 Euro teure Konsole unter den Weihnachtsbaum legen. Geschweige denn die Xbox One für 500 Öcken, wo dann die Spiele auch noch ein Heidengeld kosten. Auch ist nicht mal sicher, ob es genug Einheiten der neuen Konsolen gibt und ich wage zu bezweifeln, dass sich die Eltern in eine Schlange mit tausenden anderen Hardcore-Gamern stellen, nur um ihrem Sprössling den Weg in die Next Generation zu ebnen. Die Wii U dagegen steht seit fast einem Jahr in den Verkaufsregalen. Es gibt unzählige günstige Bundles mit tollen Spielen, so dass sicher niemand enttäuscht sein wird, wenn „nur“ eine Wii U unter dem Weihnachtsbaum steht. Ich wage einfach mal zu behaupten, dass Weihnachten trotz der Konkurrenz von Sony und Microsoft ein tolles Monat für Nintendo wird und viele viele Einheiten abgesetzt werden.

Weiter wird die These aufgestellt, dass Microsoft Nintendo die Zielgruppe abgreifen wird. Zwar sei die Konsole des US-Herstellers mit $500 wesentlich teurer als die Wii U, doch bekommen die Kunden dafür auch wesentlich mehr fürs Geld. Die Xbox One sei im Gegensatz zur Wii U eine echte „Next-Generation Konsole“ und sei darüber hinaus vollgepackt mit Entertainment-Features, die inbesondere die Zielgruppe von Nintendo ansprechen.

Die ursprüngliche Wii-Konsole war solch ein durchschlagender Erfolg, da sie auch Gelegenheitsspieler ansprach. Auch wenn die Software-Klassiker und wichtigsten Nintendo-Franchises wie Super Mario, Zelda und Donkey Kong gute Verkäufe erzielten, erzielten Titel wie Wii Sports Resort, Wii Play und Wii Fit die höchsten Umsätze. Dies sei auf die einfache und intuitive Bedienung mittels Motion Controllern zurückzuführen, die auch Nicht-Spieler sofort verstehen. Anstatt wild Knöpfe zu drücken, wird die Steuerung über Körperbewegung auf den Fernseher übertragen.

Und genau hier setze auch Microsoft’s Xbox One an. Bisher mussten Kunden die optionale Bewegungssteuerung Kinect seperat erwerben. In der neuen Konsole wird eine verbesserte Kinect-Technik jedoch von Werk aus integriert sein. Es sei also auch mit breiteren Unterstützung der Technologie seitens Third-Party-Entwicklern zu rechnen. Gerade Gelegenheitsspieler, die eine einfache Steuerung schätzen, seien mit der Xbox One genau richtig bedient.

Ich denke nicht, dass Microsofts neue Konsole den Tod für die Wii U bedeuten wird. Die Xbox One bietet zwar eine überarbeitete Kinect-Technik, doch hat Microsofts Konsole in der Vergangenheit nicht unbedingt bewiesen, dass sie Nintendo mit ihren Games das Wasser abgraben kann. Warum sollte sich das jetzt auf einmal ändern? Die Kinect-Spiele richteten sich im Gegensatz zu den Core-Titeln hauptsächlich an eine sehr sehr junge Zielgruppe, während Nintendo mit seinen Franchises auch die jung gebliebenen Erwachsenen anspricht. Nintendo Spiele sind etwas für die ganze Familie. Niemand wird bestreiten, dass er Spaß hat, wenn er eine Runde New Super Mario Bros. U oder Mario Kart zockt. Nintendo steht weiterhin für Spielspaß und Franchises, die riesige Scharen von Fans um sich sammeln. Mit Mario Kart 8, Super Smash Bros., Donkey Kong und einem neuen Zelda in der Pipeline wird die Wii U noch einmal einen Boost erfahren, den auch ein tolles neues Kinect nicht eindämmen kann. Nintendo ist sich bewusst, dass eine Konsole nur so gut ist, wie die Spiele, die darauf laufen. Und genau aus diesem Grund arbeitet der Videospielkonzern hart daran, noch mehr Gründe in Form von exklusiven Spielen zu schaffen, sich eine Wii U zu kaufen. Dies wird dann vielleicht auch endlich mehr Third-Party-Entwickler überzeugen, in die Wii U zu investieren.

Neben dem Verlust der Gelegenheitsspieler an Microsoft sei jedoch ein anderer Punkt viel gravierender. So könne es sich Nintendo anders als Sony auf Dauer nicht leisten, eine Verlust bringende Konsole zu unterstützen. Nintendo ist der einzige Konsolenhersteller, der sich voll und ganz der Entwicklung von Videospielen für seine Geräte verschrieben hat, während Sony und Microsoft noch andere Geschäftsfelder inne haben. Deshalb sei es Nintendo schlicht nicht möglich, allzu lang auf ein Verlustgeschäft wie die Wii U zu setzen. Ganz im Gegenteil zu Sony, das als Großkonzern Verluste ohne große Probleme durch andere gewinnbringende Geschäftsfelder ausgleichen kann. Denn auch die Playstation 3 verkaufte sich kurz nach seinem Launch schleppend. Zudem machte der Konzern mit jeder Konsole Verluste. Dennoch war es Sony möglich, dieses Minusgeschäft aufrechtzuerhalten, um später doch noch von der Playstation 3 zu profitieren. So gelang es dem Elektronikriesen durch den Verkauf der PS3 seine Blu-ray Technologie zu pushen, die sich im Formatkrieg dann auch gegen die Mitbewerber HD DVD durchsetzte, galt doch die Playstation 3 lange Zeit als günstiger Blu-ray Player.

Auch bei der Playstation 4 wird Sony zunächst Verluste einfahren, doch erhofft sich der Konzern, diese wieder durch Spiele und PS+ Abonnements reinzuholen. Im Gegensatz zur Xbox One kostet die PS4 nur 100 Dollar mehr als die Wii U weshalb mit heftiger Konkurrenz für Nintendo zu rechnen sei.

Die Wii U ist zweifelsohne nicht die erste Konsole mit der Nintendo zunächst Verluste macht und trotzdem gibt es den japanischen Videospiel- und Konsolenhersteller noch immer. Der 3DS zum Beispiel wurde im ersten Jahr mit hohen Verlusten verkauft, nachdem der Preis aufgrund mangelnden Absatzes vorzeitig massiv gesenkt wurde. Heute jedoch findet der Handheld reißenden Absatz und entwickelt sich zu einer der erfolgreichsten Konsole der Videospielgeschichte. Nintendo ist nicht dumm, hat eine eigene Finanzabteilung, und weiß wie jeder Konsolenhersteller, dass Verluste zunächst in Kauf genommen werden müssen, um später über die Spiele (ob im Online oder Offlineverkauf) wieder Gewinn zu machen. Selbst wenn dies in naher Zukunft nicht gelingen sollte, so muss Nintendo nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Immerhin sitzt Nintendo aktuell auf einem Überschuss von 10,5 Milliarden US-Dollar. Damit lässt sich auch mal für eine gute Weile eine nicht so gut laufende Konsole unterstützen. Natürlich muss Nintendo trotz dieser horrenden Ersparnisse wirtschaftlich bleiben, um weiter zu wachsen. Die Investoren werden nicht auf ewig für die zahlungsunwilligen Kunden in die Bresche springen. Will Nintendo Games verkaufen, müssen zunächst einmal Konsolen bei den Kunden im Wohnzimmer stehen, das ist richtig. Dennoch ist Nintendo noch weit davon entfernt, der Wii U den Todesstoß zu verpassen, den gut Ding will Weile haben. Sony selbst steht aber vor genau dem gleichen Problem, denn finanziell ergeht es dem Elektronikkonzern nicht besser als dem großen N.

Was meinst du, wird die Wii U für Nintendo noch zum Problem?

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